Thursday, April 12, 2012

April, April

Es warn ereignisreiche zwei erste Wochen in Japan, ich werde versuchen, etwas über meine erste Zeit in Osaka zu erzählen.

Der Flug Wien-Tokyo war sehr angenehm! Ich hatte einen Platz am Gang und der Platz neben mir war frei. Ich war aber so aufgeregt, dass ich trotzdem nicht gut schlafen konnte.
Wir waren 40 Minuten zu früh in Tokyo, also war der ganze Stress, den ich mir vorher gemacht hab vollkommen unbegründet. Ich konnte meinen zweiten Koffer ohne Probleme abschicken und der Bus zum Haneda-Flughafen ist dann auch bald abgefahren.

In Haneda hatte ich dann über 2 Stunden zu warten, aber ich hab einfach eingecheckt und mein Buch rausgenommen. Doch mit der Zeit hab ich ein bisschen Angst bekommen: immer mehr Flüge in den Westen Japans wurden wegen starken Windes abgesagt... Und dann, der Schock: auch mein Flug um 12:00 wurde gecancelled! Ich bin sofort zum Schalter und die nette Frau hat mir meinen eingecheckten Koffer wieder besorgt und mich auf den 15:00 Flug nach Osaka-Itami umgebucht, den einzigen, der noch geplant war zu fliegen.

Und tatsächlich, wir sind wirklich gestartet. Und so begann der schlimmste Flug meines Lebens. Normalerweise dauert der Flug Tokyo-Osaka ca. 60 Minuten. Doch unser Flugzeug ist im ärgsten Wind fast 1 1/2 Stunden über Osaka gekreist. Der Pilot hat es einfach nicht geschafft zu landen. Es war schon im Gespräch, einen anderen Flughafen in der Nähe anzufliegen (Osaka oder Kobe) aber er hat dann doch das OK von Itami aus bekommen und wir sind irgendwie gelandet... Ich bin so froh, dass ich nicht so schnell wieder in ein Flugzeug steigen muss!

Ein Foto nach meiner glücklichen Landung.

Hiroko und Sho warn so nett, mich von Flughafen abzuholen! Aber dann das nächste Problem: wegen dem Sturm fährt die Monorail nicht! Also mussten wir ein Taxi nehmen, dass sie auch bezahlt haben! Und dann haben sie mich auch noch zum Essen eingeladen!

Es war komisch, das Heim zum ersten Mal "live" zu sehn, ich hatte es mir ja oft auf google street view angeschaut. Das einchecken hat ohne Probleme funktioniert, aber hat ein wenig gedauert.
Mein Zimmer ist klein, aber es reicht völlig aus. Ein Bett, ein Schreibtisch, ein Kasten, ein Bücherregal und (halb Freude, halb Leid) einen Kühlschrank. Auch Bettzeug ist dabei, und Internet. Das Zimmer ist zwar im Erdgeschoss, aber das ist im Sommer vielleicht ganz angenehm, auch wenn es jetzt noch ein bisschen kalt ist.

Am nächsten Tag bin ich in der Früh los, um mich zu melden. Hat alles gut geklappt, aber ich hab leider erfahren, dass ich mein Alien Registration Certificate erst ab Freitag holen kann, also konnte ich mir nicht gleich ein Konto (und Handy) machen. Ich bin trotzdem einmal zum Campus, um ihn mir anzuschaun. Die Monorail dorthin ist leider recht teuer, aber ich habe jetzt auch schon einen Weg gefunden, gratis hinzukommen, also passts schon.

Am Donnerstag habe ich mich dann nur mehr vorbereitet, nach Tokyo und in Folge nach Morioka zu fahren. Mit dem Shinkansen war ich schnell (nur 2 1/2 Stunden) in Tokyo. Dort hatte ich dann noch ein paar Stunden, um nach Shinjuku zu kommen und ein bisschen einzukaufen. (zB einen neuen Kalender)

Mit dem sehr bequemen Nachtbus war ich dann um 5:30 in Morioka zur Hochzeit von Mina und Markus! Ich bin zu Fuss zum Hotel spaziert, wo mich ein verschlafener Markus dann netterweise in sein Zimmer gelassen hat (ich konnte noch nicht einchecken) wo ich noch mal zwei Stunden Schlaf und eine Dusche bekommen hab!

Am Nachmittag war dann die Hochzeit! Zuerst haben sich alle Verwandten (und Keita und ich) in der Wedding-Hall versammelt, wo wir unsere Sachen lassen konnten. Dann gings mit Shuttlebussen in den Schrein, wo die Zeremonie abgehalten wurde. Dann, nach einem Gruppenfoto, sind wieder alle zurück in die Wedding-Hall, wo dann langsam auch die anderen Gäste eingetrudelt sind.
Es gab einen Sitzplan, an unserem Tisch waren alles alte Freunde von Mina. Nur Keita und ich kannten auch Markus besser, also konnten wir Geschichten erzählen. Das Essen, das serviert wurde, war wirklich sehr gut! Und viel! Nur Mina und Markus hatten kaum Zeit zu essen, weil immer jemand zu Ihnen gekommen ist, um zu gratulieren.

Nach der Feier, bei der auch jeder Gast ein kleines Geschenk bekommen hat, sind wir einmal zurück ins Hotel um uns umzuziehen und dann zur Nach-Feier in kleinerem Rahmen. Dort gab es wieder was zu essen, aber wir konnten alle nicht mehr..
Später ging es auch noch ins Karaoke, um 3 sind dann alle ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag, Samstag, hab ich noch mit Markus Familie ein bisschen Sightseeing gemacht und am Abend gings wieder auf, zurück nach Tokyo. Diesmal war die Reise ganz mit Bussen, aber es war halb so schlimm. Um halb 6 am Abend am Sonntag bin ich dann in Osaka angekommen. Ich hatte selten so eine körperlich und mental stressige Woche! Die Hochzeit war wirklich toll, ich war aber trotzdem froh, endlich wieder in meinem Zimmer zu sein.

Picture time!







In der zweiten Woche, also in dieser Woche (heut ist Sonntag), hat sich langsam so etwas wie ein Alltag eingestellt, worüber ich sehr froh bin. Am Dienstag war Kirschblüten Fest des Instituts (eigentlich nur der Lehrenden, aber auch ein paar Graduate Students, mit denen ich mich angefreundet hab), was sehr nett war! Ich konnte auch mit Hilfe von Sho meinen Bibliotheksausweis machen. Am Mittwoch hatte ich mein erstes Seminar bei ihm, wo ich eine ganz nette Russin kennengelernt hab. Am Donnerstag hab ich dann am Vormittag erfahren, dass es doch Japanischkurse gibt, die ich machen könnte. Ich konnte mich aber bei diesem System nicht anmelden, also bin ich auf den Toyonaka-Campus gefahren. (meinen Campus) Dort am Computer in der Bibliothek hab ich es dann geschafft, aber: ich hatte gleich am Nachmittag Kurse! Und zwar am anderen Campus! Also musste ich den Campus-Shuttlebus nutzen (was aber eigentlich praktisch ist) und bin ganz knapp rechtzeitig gekommen. Die Kurse sind nicht sonderlich anspruchsvoll (Business Japanese und Academic Reading), aber ich denk, ich kann trotzdem was lernen. Bei Academic Reading gibt es immerhin jede Woche Kanji-Tests!

Ja, was gibt es noch. Ich konnte mich schon mit ein paar Leuten aus meinem Heim gut anfreunden, vor allem mit der Schweizerin im Nebenzimmer. Wir waren heute (Sonntag) im nahegelegenen Expo-Memorial-Park, wo ein großer Flohmarkt war und wir unter den Kirschblüten gepicknickt haben.
Jetzt hab ich einen Sonnenbrand.

Und zum Abschluss noch ein paar Bilder von heute: